Emanzipation im Stillstand?

Neue Rollenbilder für eine neue Gesellschaft

Expertengespräch mit Prof. Dr. Helma Lutz

Auftakt der Reihe Frauenrollen – Mutterbilder (1/3)

2. April 2014, 19:30 Uhr

Location: Kulturzentrum Mainz, Dagobertstraße 20b, 55116 Mainz

Auch heute noch verbringen Mütter im Schnitt doppelt so viel Zeit mit Hausarbeit und viermal so viel Zeit mit ihren Kindern wie ihre männlichen Partner. Darüber hinaus tragen Frauen die Hauptlast bei der Pflege älterer Familienangehöriger. Warum ist das so? Welche Rollenbilder stecken dahinter? Und was könnte man daran ändern? Die Frankfurter Soziologin beleuchtet in einem Expertengespräch individuelle Lösungsstrategien und neue Ansätze auf struktureller Ebene.

Der Abend ist offen für alle!

Über die dreiteilige Veranstaltungsreihe

Frauenrollen – Mutterbilder

Schön, schlau und unabhängig sollen sie sein, die Frauen von heute. Zumindest, wenn es nach der Mehrheit der Männer geht. Erfolg im Beruf erwarten nicht nur die Männer von ihren Frauen, diese streben ihn auch selbst – jung und emanzipiert wie sie häufig sind – an. Kommt aber das erste Kind, gehen die meisten Frauen zurück zu Familie und Herd. Und auch nach dem Wiedereinstieg tragen die Frauen einen Großteil der Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung. Dagegen ist so lange nichts zu sagen, wenn das der Wunsch der Frau ist. Häufig ist es aber so, dass Frauen nicht wirklich eine Wahl haben. Immer noch wird davon ausgegangen, dass Frauen zuhause bleiben, Haushalt und Familie managen und beruflich zurückstecken. Den Ansprüchen gegenüber dem eigenen beruflichen Fortkommen wollen sie aber auch genügen. Fast scheint es, als können sie es nicht richtig machen: 'Rabenmutter' oder 'Heimchen am Herd' – was kann man da schon wählen?!

Jenseits aller Polemik steckt hinter diesem Konflikt ein gesellschaftsstrukturelles Problem: 'Es fehlen neue Rollenbilder', so die Frankfurter Soziologin Helma Lutz. Gleichzeitig gibt es aber eine Flut an Mutterbildern, mit denen sich Frauen konfrontiert sehen. Hier eine eigene Position zu finden, fällt vielen Frauen schwer – oft zu Lasten eigener Bedürfnisse. Amerikanische Soziologinnen sprechen bei der Emanzipation von einer zum Stillstand gekommenen Revolution: Im Wirtschaftsbereich wurde einiges für die Frauen erreicht, Zuhause aber greifen alte Rollenbilder. Von daher lohnt die Frage: Wie werden Frauenrollen und Mütterbilder definiert und vor allem: Von wem und aus welchem Grund? Ist dies klarer, fällt es Frauen auch leichter, sich von überkommenen Konstruktionen zu lösen und eine eigene Haltung zu entwickeln.

Die BusinessMoms laden zu einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe ein, die sich intensiv und aus verschiedenen Blickwinkeln mit Frauenrollen – Mutterbildern befasst. Wir treiben so den Diskurs über Rollenvorstellungen und Geschlechterbilder voran und öffnen Frauen Räume, ihre ganz persönlichen Rollenbilder zu entwickeln.